winter.schlaf!
January 11th, 2012eines tages wache ich auf, und von rüebli wird man dick, nutella macht schlank und stöffel ist weg. one fine day.
hass.an.
September 22nd, 2011leute, ich bin ja nun wirklich eine ganz umgängliche oder? liebreizend, eine von der pazifistischen, habt-euch-alle-lieb sorte. aber sometimes, sometimes will ich einfach nur die license to kill haben. ihr wisst, ich bin eine euphorische, überzeugte verfechterin und benutzerin des zürcher öv-netzes. riskiere ich während der pseudo-milden sommermonate lieber täglich mein allerieinzigstes leben und fahre mit dem velo durch die stadt, wird es mir schnell zu frisch und ich sattle wieder um, haha. auf tram und bus. und was ich da miterleben, miterleiden und mitschämen muss!! wieso muss ICH bezahlen, wenn ich ins tram steige? die sollten mir eigentlich geld geben, viel geld. und eine lebensversicherung.
ich hasse 80% der öv-benutzer. sorry guys. und die gründe werde ich gerne hier erläutern. wobei ich befürchte, dass ich, sollte ich je zu einem ende der liste kommen, die prozentzahl nach oben korrigieren muss.
also, zum beispiel hasse ich die, die sich als modegeschenk gottes an die fettleibige, graue menschenmasse sehen und sich mit ihren festgezurrten victoria beckham skinny jeans und longchamp-tasche im präzisen 90grad-armwinkel im bus/tram aufhalten; vermutlich müssen die gar nienets hin, sie fahren einfach ein bisschen hin und her, um uns in den wahnsinn zu treiben. wahlweise lässt sich übrigens die longchamp-tasche auch mit einer louis-vuitton-imitation ersetzen. man trägt perlig-schweinchenpinkigen lipgloss und selbstverständlich verspiegelte piloten-sonnenbrille der marke gucci/armani/ray ban. wenn man rumhantiert, dann natürlich mit fingerkrallen, die baggerschaufeln gleichen und mit dem iphone oder einem anderen smarten teil. und dann noch das reviermarkiere mit ihrem dolce e gabbana-parfum… so fühlt sich also tränengas an. DAS GEHT JA ALLES NOCH! aber erst mal so tun, als wäre man der inbegriff von (ihrem verständnis von) stil und klasse, dann aber laut mit offenem maul kaugummi kauen?! fuck off!
ich! hasse! alle! laut! kaugummikauenden! idioten!! egal, obs die geriatrische sitznachbarin ist, die damit wohl nur verzweifelt ihr gebiss festmachen will oder das fünfjährige, vorlaute, hässliche kind. LAUT UND MIT OFFENEM MUND KAUGUMMI KAUEN ist so ziemlich das erbärmlichste, stilloseste und widerlichste, was man tun kann. habt ihr gehört, gucci-queens? ich werde mich eines tages an euch allen rächen. und dann, dann habe ich endlich ruhe im tram. und einen sitzplatz.
und das ist erst der anfang.
scham.an!
September 21st, 2011ich wollte ja regelmässig schreiben, ich schwörs. dann gelangte ich aber ins schämieggeli und fand dort einfach nicht mehr raus.
seiten.sprung.
March 21st, 2011anleitung zum geschmackvollen, stilsicheren und würdigen umgang mit dem tod einer person, der man ein paar jahre nahe stand, findet man hier:

aber in erster linie dient dieses literarische meisterwerk, dieser meilenstein des geschriebenen wortes dazu, wertvolle ratschläge und unbezahlbare tips zu geben, wie man einer frau den ehemann ausspannt - und dies erst noch im stil eines 5. klässler-aufsatzes formuliert - unglaublich rücksichtsvoll von einer so begnadeten autorin. nur mut, kaufen und lesen! es wird auch einfühlsam beschrieben, wie man mit der ehefrau umzugehen hat. seite um seite voll mit unschätzbaren, alltagstauglichen tips ist dieses neuzeitliche nachschlagewerk, das bald in keinem nach-aufmerksamkeit-heischenden-ex-missen-haushalt fehlen wird; so soll man scheinbar jeden satz mit einem intimen und besonderen kosewort wie zb “schatz” beginnen und beenden. darauf muss man erst mal kommen!
und man kriegt auch gleich einen crash-kurs im photoshopping.
ich habe bereits in allen einschlägigen und in frage kommenden räumlichkeiten vorsorglich die erste reihe reserviert, falls madame sich von engeln oder scheinchen zu einer lese-tour überreden lässt.
ich bin immer noch ganz geplättet. so viel klasse hätte ich von der dame ganz ehrlich nicht erwartet. ich schäme mich fast ein bisschen, dass ich ihr unterstellt habe, mit der dauerpräsenz ihrer trauerbewältigung in sämtlichen schweizer medien auf aufmerksamkeit aus zu sein, wo es doch so offensichtlich ist, dass der anreiz ein rein pekuniärer ist.
gut.ding.will.weibe.haben.
March 8th, 2011also, um es mal so zu sagen. ich bin ja schon eine kleine feministin, das beweisen verschiedentliche blogs von mir. und heute ist ja frauentag blabla. aber dennoch, ladies. asowürklechimpfau. so supertoll sind wir dann auch wieder nicht.
wir gucken grey’s anatomy nicht wegen der weiberfreundschaft zwischen der einen und der anderen pathetischen bohnenstange, sondern nur, weil wir uns für zuhause auch steinreiche mcdreamys und mcsteamys und nicht etwa mcdonaldswampe, mcgeizkragen oder mcfussballfan wünschen.
wir mögen es der arbeitskollegin nie gönnen, wenn sie gelobt oder befördert wird. nie. nie! höchstens ins jenseits.
läuft die kollegin mit einem kleid umher, das aussieht wie ein heckspoiler nach einer massenkarambolage, behaupten wir, dass es ihr gut steht. immer.
“ich schwörs, ich habs wirklich getan” trifft nie zu, liebe männer, wenn es darum geht, die sportschau oder golfturniere am tv aufzunehmen. so nobelpreisverdächtig-intelligent wir immer sein wollen und so energisch wir behaupten, ganz alleine nämlich! das quicktime-update installieren zu können, so dämlich stellen wir uns plötzlich (absichtlich, für die, dies noch nicht geschnallt haben) an, wenns darum geht, irgendwelchen kram zu machen, der für uns ähnlich sinnbefreit ist wie die svp.
auch wenn wir einen hintern wie ein heissluftballon haben - wir!wollen!das!nicht!wissen! in diesem fall ist das credo “ehrlichkeit in der beziehung” not applicable.
wir wollen zwar den gleichen lohn und den gleichen job, aber wehe, wenn wir uns mit einem schmierigen, fettleibigen kunden auseinandersetzen müssen, der uns auf die festgezurrten tittchen starrt.
wir zwingen unsere partner, im haushalt anzupacken. aber war es madame schon mal recht, wie er das bad geputzt hat? die bluse gewaschen? die bettwäsche gewechselt? den kochtopf gereinigt? die 572 duftkerzen in der richtigen reihenfolge aufgestellt? dachte ichs mir.
wir wollen von unseren männlichen freunden, arbeitskollegen und vom partner behandelt werden wie einer von ihnen, kriegen aber beim ersten bierrülpser eine gehirnmenstruation und spätestens beim dritten fickwitz implodiert vor lauter empörung die halsschlagader.
wir schreien nach gleichem lohn, nach equality, nach “nimm mich ernst” und ”abersicherscho kann ich die offside-regel erklären” und oft genug nach “lass mich mal machen”. aber wehe, das chauvi-schwein hält einem die türe nicht auf, bezahlt im restaurant nur für sich oder lässt die schweren einkaufstaschen selber schleppen.
still.sicher.
February 23rd, 2011an die andenmassivreliefgesichtige dame, die heute morgen im tram umständlich ihre kackbraune louis vuitton-tasche auf ihre unterernährten oberschenkel hievte und sich dabei um ihre frisur kümmerte, die am liebsten ins zeugenschutzprogramm flüchten wollte: so wie sie mit offenem mund lautstark kaugummi kauen, müssen sie entweder an einer kieferfehlstellung leiden oder fürchterliche atemwegprobleme haben.
bitte melden sie sich bei mir. ich kann ihnen behilflich sein.
zoogle.los.
February 21st, 2011manchmal wundere ich mich, dass ich das ohne erkennbaren defekt überlebt habe. meine fast zweijährige nachbarschaft mit ulrich schlüer. es war zwar nicht das nachbarshaus und auch nicht das gleiche dorf, aber von gewissem kann man ja nicht weit genug entfernt sein. und ich kann bestätigen, dass er immer so aussieht, als ob er saure bonbons im mund hat.
anyway. wen interessieren schon meine vergangenen, häuslichen krisenherde in der sackgasse der verdammten.
ueli zog aus in die weite welt, von flaach bis hin zum land der nationalräte. und weil der weg so lang war und seine gedanken so wirr, musste er alles in sein schulheftli schreiben, was ihm wie murmeln durch den kopf kullerte. glücklicherweise ist der ueli kein heimmlifeisser, einer, der seine gewichtigen ideen für sich behält. nein, ueli, unser zweitliebster historiker (wird man eigentlich zum historiker, weil man antiquiertes gedankengut hat?) brachte das konzept “strategie 51 prozent” zu papier. wären die bäume nicht schon tot, würden sie sich selbstmorden, wüssten sie, wofür sie sterben mussten.
51% wähleranteil, darum gehts. meine lieblingspartei (jahaa, wenn ich sagte, ich wähle grün, war damit das svo-logo gemeint!) sieht sich als einzigste moralinstanz unseres landes, als arche unserer urschweizerischen tugenden. wie leonidas mit seinen spartiaten kämpft sie für unsere unabhängigkeit und hicks! neutralität.
nun habe ich mir das tolle, nicht auf recycling-papier gedruckte konzept mal angeschaut und es freut mich, euch paolindromatikern einige exklusive inhalte präsentieren zu können. interessant für mich und - da bin ich überzeugt - für die gesamte erdenbevölkerung ist der teil, in dem festgehalten wird, wie die 51% erreicht werden sollten:
- einfach mal google zensurieren, ach was, das internet kappen
- die medienlandschaft wird dank stöffels hilfe aufgekauft, einziges offizielles informationsorgan wird die schweizerzeit. und die weltwoche, wie konnte ich die weltwoche vergessen!
- nachdem der detailhandel erfolgreich infiltriert und jeder querulant mittels selbstgebrautem hanf-ueli-bier ausser gefecht gesetzt wurde, wird die von der auns gesponserte bestickerung “ausländische produkte können ihren tod verursachen” durchgeführt
- sämtliche schweizer, deren ahnen nicht nachweislich am rütlischwur anwesend waren, werden entweder ausgeschafft (ach egal wohin) oder gezwungen, sich als svp-wähler zu verdingen
- einführung der sunshine-policy
- zwangsindoktrination ab der 21. schwangerschaftswoche
- kultur per se wird endlich abgeschafft und zur persona non grata, zur nulltur, erklärt. zuvor dafür bestimmte gelder fliessen nun durchgängig in den fonds zur wiedereinführung der frakturschrift
- neue regelungen zum bevölkerungsschutz werden eingeführt, so zb:
sicherheitsgurtzwang im auto-kino, verbot von nicht-behandeltem bio-obst und -gemüse, lüftungsschacht in den frontallappen all jener, die einen iq von 110 und höher haben, usw.
ein paket mit einer flasche pastis 51 ist an ueli unterwegs. mit verbindlichstem dank von mir, weil er und sein sunshine reaggae ensemble mir immer wieder solche steilpässe zuspielen.
eigen.tor!
February 14th, 2011das haben wir ja wieder mal gut gemacht.
an dieser stelle grüsse ich corinne rey-bellets sohn. der freut sich bestimmt über das gestrige ergebnis.
ich war schon opfer eines einbruchs. sogar schon zwei mal. ich suchte verzweifelt in der ganzen wohnung, in der es aussah wie nach einem einbruchs-gang bang, nach dem ehering meines mittlerweile verstorbenen vaters. alles weg. immer noch wache ich nachts mit herzrasen auf, weil ich glaube, jemanden zu hören. aber habe ich deswegen nur eine sekunde daran gedacht, die einbrecher einfach abzuballern? nein.
was wäre wohl passiert, wenn ich eine waffe zuhause gehabt hätte und die einbrecher sie gefunden hätten? könnte ich jetzt diesen text noch schreiben? mit der heutigen technologie vermutlich schon, gruss an stephen hawking, alter schwerenöter.
nein-sager, du gehörst sicher zu denen, die bedenkenlos das fleisch eines verkümmerten güggelis essen, das seine paar lebenswochen in einem käfig so gross wie dein gehirn dahinvegetiert ist - und sich noch über den guten preis freuen. prix garantie.
du findest wohl auch, dass es zu wenig autobahnen gibt, die tempo-limiten nur bestimmt wurden, damit jemand ein paar bunte schildli bemalen kann und dass velofahrer sich nur deshalb auf der strasse lümmeln, um von dir schikaniert zu werden. oder zum tetraplegiker gemacht.
du fährst sicher ein auto der energieeffizienzklasse g. und bist noch stolz darauf.
du bist das unerfreuliche ergebnis einer affäre zwischen charlton heston und sandra froman.
nein-sager, du meinst wohl, dein schnäbi entspreche der grösse deines blinddarms (oder ist dein blinddarm), und suchst nun nach anderen möglichkeiten, deiner foutierenden gattin zu zeigen, dass deine sorgfältig kultivierten brusthaare sehr wohl ein zeichen von männlichkeit sind.
ich lasse mich übrigens gerne eines besseren belehren. kann mir jemand der nein-sager einen triftigen grund nennen, nur einen, weshalb jedermann eine schusswaffe griffbereit zu hause haben sollte?
und als triftigen grund meine ich nicht, damit das nachbarskind beim räuberlis-spielen sein gspänli wie in echt in einen kindersarg befördern kann, oder weil die 14jährige tochter in einem anfall von weltsuntergangstimmung ihre hirnmasse als tapetenmuster beisteuern will.
ich las und lese im zusammenhang viel über recht auf selbstbestimmung. dh also, nur weil ich selber für mich bestimmen kann, dass ich sehr wohl in der lage bin, eine schussbereite waffe in meiner umgebung aufzubewahren, nehme ich das risiko in kauf, dass jemand im zuge dessen für sich selber bestimmt, von der waffe gebrauch zu machen?
auch viel konnte man über werte und traditionen lesen. wie muss ich das verstehen? ein menschenleben ist nichts wert?
leben wir also in einem land, in dem es tradition ist, eine waffe griffbereit zur hand zu haben, damit man justement jemanden abknallen kann, wenn man austickt?
wo zum teufel sind bloss meine auswanderungspapiere.
anarch.nie!
February 9th, 2011aus aktuellem grund (ja! es! ist! wieder! fasnachtszeit!). und weil meinungsfreiheit auch bei den offenbar humorlosen guggenmusikern gelten sollte.
pastinakenförmige kopfbedeckungen. flöten aus babyknochen. das motto ist alles muss, nichts kann. und wer das hueresiech nicht supilustig findet und mitgrölt, ist nicht etwa ein anhänger der kultivierten, geistreichen freizeitgestaltung, sondern eine spassbremse mit billardstock im arsch. kleider, die unter einfluss von lsd entstanden sein müssen. verschwitzte und gärende männer zücken ihre kopulations-carte blanche. alles muss, nichts kann. trommeln aus tierhäuten werden mit vergilbten kochkellen malträtiert. das isch musig, hey. please kill me. bevor sie es in 20 tagen tun. oder kill them. mir egal. wie herden von pavlovschen hunden dringen sie ein. in häuser. in deinen kopf. morgens um 3 noch. mit augen so gross wie abendmahloblaten starren sie dich an. angezogen wie mexikanische tvshowmoderatoren besetzen sie alle sitzplätze im tram. hueresiech. alles muss, nichts kann. das ist ein lifestyle, nämlich. in einer woche die halbjahreshypothek versaufen. in lächerlichen und monströsen gewändern ziehen sie um die häuser und breschen auf selbstgebastelte instrumente ein, als täte ihre zeugungsfähigkeit davon abhängen. alles muss, nichts kann. die fasnacht kommt. und mit ihnen die guggenmusiken. rette sich wer kann. oder tötet sie alle.
MIR EGAL!