neulich im bus: frau und mann keifen. darüber, dass sie ihm jahrelang verschwiegen hat, wie scheisse seine “bolines”-sauce ist. wenn sie wirklich so schmeckt, wie sie ausgesprochen wurde, könnte man sie eventuell als neues brechmittel dem gesundheitsministerium vorlegen.
tja, aber bei der gelegenheit überlegte ich mir, was wir frauen ihren guys sonst noch verschweigen sollten. zum beispiel:
- die zahl der männer, mit denen wir tatsächlich bedeutungslosen, aber tollen sex hatten.
- die effektive menge an alkohol, die man intus hat.
- wie peinlich bescheuert er wirklich in seiner viel zu engen hose aussieht.
- von was (oder besser gesagt von wem) wir in wahrheit reden, wenn wir sagen: ich müsste meinen arsch endlich loswerden.
- was wirklich aus dem abgelaufenen käse wurde, der wochenlang im kühlschrank residierte (nämlich teil seines ”ich gehe mit chindsgi-kumpels fussball spielen, schmierst du mir ein brötli bitte weil ich bin ja so unselbständig und kann mir nicht mal richtig das hemd in die hose stecken-sandwich).
- die zahl der männer, denen wir tatsächlich “ich liebe dich” sagten und es auch meinten.
- dass wir ihn manchmal vor dem spiegel nachäffen.
- dass er gefälligst selbstgespräche führen soll, wenn er das letzte wort haben will.
- was man tatsächlich von seinem freund hält. ja genau der, ohne den er nicht mal in der lage ist, seine schnürsenkel zu binden. der, der eine woche das gleiche shirt trägt, sich zu oft am hintern kratzt und zu lange auf unsere brüste starrt und dessen haare so aussehen, als hätte ein marder daran genagt.
- wie oft wir wirklich ganz dringend aufs klo verschwinden müssen, wenn er in der disco anfängt zu tanzen (ich bin fast 40, ich darf disco sagen).
- die anzahl der nächte, in denen wir wach neben ihm liegen und gedanklich die koffer packen. seine.
- die anzahl der tage, an denen wir mit grossen, verliebten augen “ja ok” sagen und seine wange tätscheln, nur um es dann hinter seinem rücken sowieso anders zu machen.
- wie teuer die handtasche wirklich war und wie dehnbar wir den begriff “ausverkauf” verwenden.
- dass wir de facto nicht jedes mal in katatonische ekstase verfallen, nur weil er uns das einmachglas öffnet (das wir vorher gelockert haben).
- warum wir ihn wirklich die sportschau schauen lassen (damit wir endlich in aller ruhe das schaumbad nehmen können, auf das wir uns schon seit tagen freuen).
- was man sich gedanklich ausmalt, wenn er zum gefühlt millionsten mal seine todlangweilige geschichte seiner heldentat (bei orange über den zebrastreifen) zum besten gibt und wir begeistert im knappen cheerleader-kostüm applaudieren. nämlich mit dem steakmesser auf ihn einstechen und die ganze wohnung in ein blutiges massaker verwandeln.
- was effektiv mit seinem lieblingsshirt passiert ist (nämlich nicht von fiesen kobolden aus der waschmaschine gestohlen, sondern durch den aktenvernichter gelassen).
- wie oft wir wirklich an jemand anderen denken, wenn wir mit ihm sex haben.
- und vor allem: an WEN wir denken.
- was man wirklich von seiner ex-freundin hält. die solange weiterredet, bis ihr was einfällt. und deren arsch schleifspuren hinterlässt.
tja, ich muss leider los, aber bestimmt gibt es noch einiges zu verschweigen! was fällt euch noch ein?!
und liebe männliche paolindromatiker, ihr dürft gerne vorschläge bringen, was wir eigentlich gar nie wissen sollten. mir fallen sicherlich auch einige hübsche dinge ein. zum beispiel dürft ihr uns gerne die detaillierte beschreibung des letzten formel 1-rennens ersparen. oder was ihr wirklich von unseren fesselballonförmigen füdlis haltet.
ach herrlich. ich mag diese klischierten mann-frau-kontroversen.
ich könnte auch über gaddafi schreiben. aber solange ich die neue landkarte nicht gesehen habe, kann ich auch nicht fundiert recherchieren.